Power Yoga und Yoga mit Power
Im vorletzten Eintrag hatte ich schon kurz angedeutet, dass ich zum Thema “Power Yoga” noch etwas zu berichten habe.
Hintergrund ist, dass ich auf der Suche nach einem neuen, anderen ggf zusätzlichen Yoga-Kurs bin. So bietet z. B. “mein” Fitnessstudio einen Yogakurs an. Den wollte ich natürlich kennenlernen. Der Kurs trägt die Bezeichnung “Power Yoga” und obwohl ich nun schon eine Weile Yoga übe, hatte ich doch Bedenken, ob ich würde mithalten können. Ich hatte aber schon eine Weile kein Yoga mehr gedacht und mein Körper freute sich richtig darauf, in dieser Hinsicht mal wieder gefordert zu werden und so fand ich mich also am besagten Abend extra frühzeitig im Kursraum ein. Gerade bei Yoga ist es sinnvoll, vor dem Training mit dem Lehrer eventuelle “Vorschäden” oder akute Probleme oder Erkrankungen des Körpers abzuklären. Dieser Meinung war die dortige Trainerin allerdings offensichtlich nicht.
Sie stellte zwar kurz fest, dass ich zum ersten Mal in ihrem Kurs war, fragte mich aber weder nach Vorerkrankungen, noch ob sie bei mir auf irgend etwas achten müsse. Das hinterließ bei mir gleich zu Beginn der Stunde ein mulmiges Gefühl. Der Kurs ging übrigens tatsächlich nur eine Stunde, also 60 Minuten. Ein traditioneller Yoga Kurs geht zwar 90 Minuten, aber das war es nicht, was mich störte. Im Gegenteil, ich dachte, wenn es allzu anstrengend ist, bin ich vielleicht froh, dass es nur 60 Minuten sind… Soweit kam es allerdings nicht. Mir wurde in den folgenden Minuten zwar warm, aber eben nur warm und nach geschätzt 30-40 Minuten ging es schon in die Endentspannung. Nun, wenn man noch gar nicht richtig warm war, wird einem dabei ganz schön kalt. Darüber hinaus finde ich es merkwürdig, wenn man von 60 Minuten ca. ein Drittel für die Endentspannung nimmt. Auch bei der Ausführung der einzlenen Asanas kam ich mir nicht gut aufgehoben vor. Die Lehrerin schaute kaum nach den richtigen Haltungen, verlor kein Wort zum Schutz und der Stütze des unteren Rückens oder zur Entspannung der Schultern.
Alles in allem war ich von dieser Stunde sehr enttäuscht und mit “Power” hatte das überhaupt nichts zu tun.
Wenn ich da an meinen üblichen Yogakurs denke, in dem mein Lehrer mit und Ashtanga Vinyasa übt (siehe Beitrag “Eingeheizt”), bei dem ich jedes Mal gehörig ins Schwitzen gerate…
Auch das Gefühl, das ich mit Yoga verbinde wenn Körper und Geist durch die Asanas udn die Koordination so sehr gefordert werden, dass man sich danach einfach nur warm und gut fühlt, kam hier überhaupt nicht auf. Es waren auch keine fließenden Bewegungen, ohne jeglichen Zusammenhangs. Da hätte ich auch gleich Gymnastik machen können.
Das war allerdings nicht der einzige neue Yogakurs, den ich getestet habe. Auch bei einer anderen, nicht einem Fitnessstudio angeschlossenen, Yoga-Lehrerin habe ich eine Kursstunde besucht, um zu sehen, ob ich ggf. welchseln will. Ich betrat nach der Lehrerin als Erste den Kursraum. Die Dame hatte vorbildlich Vorerkrankungen und Besonderheiten meines Körpers abgeklärt. Und, was ich besonders toll fand, sie fragte auch, warum ich Yoga machen will.
Von dem Kurs, der, wie mir gesagt wurde, normalerweise gut besucht ist, bekam ich lediglich zwei andere Kursteilnehmerinnern zu sehen. Vermutlich lag es am Wetter oder daran, dass Fasching vor der Tür stand.
Die Lehrerin achtete bei jeder Übung besonders auf die Schwachpunkte im Körper der Jeweiligen, was mir sehr gut gefallen hat. Sie gab oft Korrekturhinweise. Aber auch hier kam das “Yoga-Gefühl” bei mir nicht auf. Vielleicht lag es daran, dass die “Endentspannung” mittendrin kam, dafür am Ende nicht oder daran, dass auch dieser Kurs Gymnastikähnlichen Charakter hatte. Über die Stunde (naja, es waren 75 Minuten) verteilt, haben wir insgesamt vllt. gerade mal 5 Übungen gemacht. Diese allerdings immer 3-5 Mal wiederholt. Es waren zwar schon kurze fließende Abfolgen dabei, aber sie erinnerten eher an Frühgymnastik in einer Kur und haben meinen Körper so überhaupt nicht gefordert. Auch hier wurde mir nicht wirklich warm. Im Nachhinein verstehe ich auch, warum die Lehrerin so erstaunt war, dass ich weder eine Wolldecke auf meiner Yogamatte hatte noch Strümpfe anziehen wollte. (Normalerweise braucht man eben guten Halt auf der Matte und darf nicht rutschen.)
So sehr ich manchmal auch bei meiner bisherigen Übepraxis denke, dass mir die ein oder anderen Asanas zu anstrengend sind oder ich einfach nicht so lange drin bleiben kann, weil mit Kraft und Dehnung fehlen, so sehr bin ich auch überrascht und so gut tut es auch, wenn die Übung nach und nach immer besser klappt. yoga bringt mich hin und wieder an meine körperlichen Grenzen, aber genau das ist das Tolle, denn nur so kann ich meinen Körper fordern und wieder flexibler machen. Wenn ich nur ein paar Dehnübungen mache, entspanne ich zwar und kann vielleicht auch Sress abbauen, aber so richtig, richtig gut fühlt es sich danach eben nicht an.
Also, genug des Umschauens, ich werde bei meiner bisherigen Yoga-Übepraxis und meinem bisherigen Lehrer bleiben. Da steht zwar nicht Power-Yoga drauf, aber da ist gehörig Power drin.

Schöner Beitrag, der mal wieder zeigt, dass Fitnessstudios vielleicht nicht die beste Wahl für eine vernünftige Yogastunde sind. Ich möchte nicht allen Studios die Qualität absprechen, aber bis jetzt habe ich auch noch keine guten Erfahrungen gemacht. Ich fühle mich grundsätzlich in privaten Yoga-Studios besser aufgehoben und schätze den persönlichen Kontakt zu den Lehrern dort sehr.
Momentan praktiziere ich zwar eher allein zu Haus, aber ab und an nehme ich an Workshops teil. Die helfen dann immer wunderbar, sich zu verbessern.